Berichte aus Zeitung: Der Patriot ! 
 
 
Für Leo wird ein Traum wahr ! 
 
Jubiläumsfest 2013  

Meiste - Seinen lange gehegten Wunsch, einmal im Leben Kaiser der St. Sebastian Schützenbruderschaft zu sein, erfüllte sich Leo Schulte am Samstag beim Kaiserschießen aus Anlass des 275-jährigen Jubiläums des Vereins. Seine Freude war riesengroß, als ihm mit dem 268. Schuss der goldene Treffer gelang.

Leo Schulte durfte zuvor bereits 1968/69 und 1992/93 die Schützen regieren, schon damals stand ihm seine Ehefrau Liesel zur Seite, die er nun zur Kaiserin krönte. Am Sonntag stand das Paar dann im Mittelpunkt des Jubiläums in einem großen Festzug mit den Vereinen des Stadtgebietes und aus den Nachbarorten. Insgesamt traten zunächst 48 noch lebende Ex-Regenten an, ältester war mit über 90 Jahren Engelbert Hiegemann.
Nach den Ehrenschüssen der ehemaligen Kaiser Antonius Bödger sen. und Heinrich Bracht, die die Schützen zuvor zu Hause abholten, kämpften die früheren Majestäten um die Krönung ihrer Laufbahn. Schießmeister Günter Stamm legte die Patronen ein, um dem von Hermann Markmann gebauten Vogel zu Leibe zu rücken. Nachdem ein Gewehr gewechselt war, fielen die Insignien des stolzen Aars. Martin Hustermeier, König 1999, traf die Krone, das Zepter errang Ferdinand Herting (1970), den Apfel erlegte Franz-Josef Schmidt (1997 und 2008). Er holte auch den rechten Flügel aus dem Kugelfang, dass Leo Schulte es ernst meinte, bewies er mit dem Treffer des linken Flügels. 

Markus Schlüter moderierte das spannende Schießen mit launigen Worten, der neunte Durchgang brachte dann die Entscheidung. Überglücklich ließ sich der neue Kaiser von seinen Kameraden auf die Schultern nehmen und jubelte den vielen Zuschauern zu. Letztlich ist diese Ehre für Leo Schulte nicht unverdient. Lange Jahre Vorstandstätigkeiten, immer da, wenn es galt, bei Arbeiten an und in der Halle Hand anzulegen und auch bei sonstigen Belangen des Vereins - Leo Schulte war einfach da. Aus Anlass des Jubelfestes erhielten alle Königinnen noch einen verdienten Orden. - BB  
 
Die Tradition ist präsent !! 
 
Alle lebenden Könige vor Beginn des Schießens unter der Vogelstange – da war es noch spannend und man wusste noch nicht, wer schließlich den Treffer zum Glück, den zur Kaiserwürde beim 275-jährigen Jubiläumsfest, erzielen würde.
Foto: Brandschwede 
 
MEISTE - Mit Festreden und einem großen Umzug feierte die St. Sebastian Schützenbruderschaft den zweiten Tag ihres Jubiläumsfestes. Vorsitzender Arnold Langer freute sich, zahlreiche Ehrengäste, Gast- und Musikvereine begrüßen zu können. Unter anderem auch den ursprünglich aus Meiste stammenden Festredner Friedel Farke, ehemaliger stellvertretender Landrat des Kreises Paderborn. „Zukunft braucht Herkunft“, eröffnete er seine Ansprache mit einem Zitat des Philosophen Odo Marquard und erinnerte an den Beginn des Schützenwesens. 
 
Festumzug mit neuem Kaiserpaar: Leo und Liesel Schulte flanierten durch die Straßen des Dorfes, die von zahlreichen Zuschauern gesäumt waren. Fotos: Reen 
 
Bereits aus den Jahren 1525 und 1584 lägen Dokumente über einen Schützenverein in Meiste vor. 1738 wurde der Verein offiziell gegründet. 18 Jungschützen fanden sich zusammen, um die Einwohner von Meiste vor Überfällen und Plünderungen zu verteidigen. „Es wurden Aufgaben und Ziele entwickelt, die das Vereinsleben geprägt haben“. Ebenso das Schützenfest habe stets einen Beitrag für friedliches Miteinander geleistet: „Es lässt versöhnen, stärkt die Eintracht und fördert freundschaftliches Miteinander“. Die Tradition mache auch heute noch das Vereinsleben aus. „Glaube, Sitte, Heimat sind nicht ins Heimatmuseum ausgewandert, sondern präsent“, machte Farke deutlich und rief dazu auf, auch weiterhin alles für ein friedliches und traditionsbewusstes Miteinander zu tun. 
Weitere Glückwünsche überbrachte Karl Jansen, Bundesoberst des Sauerländer Schützenbundes: „Die Schützen sind die Kulturträger der Gemeinde“. Kreisoberst Bernhard Adams betonte, dass ein Jubiläum da sei, um „alte Freundschaften zu pflegen und neue zu knüpfen“. 
 
Bei der Ehrenparade präsentierten sich die Vereine dem Kaiserpaar und den Ehrengästen. 
 
Kreisehrenoberst Karl-Heinz Benteler überreichte im Namen des Stadtschützenbundes eine Wappentafel und hoffte, dass sich das Motto „Freunde unter Fremden finden“ beim Fest bewahrheiten würde. Weitere Grußworte gab es von Pastor Bernd Götze, dem stellvertretenden Bürgermeister Georg Eickhoff, Ortsvorsteher Hans-Peter Oesterhoff sowie Benedikt Becker vom Tambourkorps Rüthen, das seit 58 Jahren bei den Meister Schützenfesten spielt. Anschließend ging es mit dem Kaiserpaar Leo und Liesel Schulte, dem die Königinnen der vergangenen Jahre im großen Festumzug folgten, durch den Ort. - tina  
 
Begleitet wurde der Umzug von zahlreichen Musikvereinen, die beim großen Jubiläumsfest in Meiste aufspielten, wie hier der Stadtkapelle Warstein.